Bildung im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen

Lernen und Lehren ist seit je her untrennbar mit der individuellen Identität verknüpft, so wird der Teilnehmer ganz klar als Lernender gesehen. Bildung als ganzheitliche Persönlichkeitsbildung ist ein wesentlicher Teil des Profils unserer Einrichtung. (Gesundheits)-Bildung ist zudem in unserem Verständnis ein wichtiges Zukunftsthema unserer Gesellschaft.

Gesellschaftlicher Wandel und seine Herausforderungen

Gekennzeichnet ist unsere Zeit von dem Wandel einer Produktionsgesellschaft hin zu einer Informationsgesellschaft. Viele Berufsgruppen die mit direkter Herstellung von Gütern befasst waren haben Existenzprobleme und -ängste. Der Prozess zu einer kognitiven Gesellschaft beeinflusst die Bedingungen der Wirtschaftstätigkeit und das Funktionieren unserer Gesellschaft tiefgreifend und nachhaltig. Dazu kommt die Veränderung die eine wis-senschaftlich-technische Gesellschaftsentwicklung mit sich bringt und viele Menschen erst mal überfordert. Genauso wie der dritte große Wandlungsfaktor, nämlich die Globalisierung. Globalisierung wie sie die Menschen häufig erleben meint oftmals Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland mit Gefährdung der eigenen Existenz. Es droht bei diesen Entwicklungen, dass die Schere zwischen Wissenden und Nichtwissenden immer größer zu werden droht. 


Lebenslange Entwicklung und lebenslanges Lernen

Wir setzen in der Deutschen Akademie für Klassische Homöopathie nicht primär allein auf „lebenslanges Lernen“, wie es zurzeit gesell-schafts- oder wirtschaftspolitisch wohl getan wird. Wohlgemerkt hat der Gedanke des „lebenslangen Lernens“, bzw. des „lebensbegleitenden Lernens“ seine überaus berechtigen Stärken und seine Berechtigung auf dem Weg in die Wissens- bzw. Informationsgesellschaft und auf dem Weg in den Arbeitsmarkt hinein in den konkreten Beruf. Er verweist auf die bleibende Entwicklungsfähigkeit des Menschen unabhängig von Alter, sozialem oder gesellschaftlichem Umfeld und persönlicher Biographie. Wir weisen aber darauf hin, das Leben meistern nicht immer nur mit Lernen gelingen kann. Armut, individuelle Sinn- und Lebenskrisen können diesen Ansatz schnell an seine Grenzen bringen. Uns ist es ein Grundanliegen nicht nur allein die kognitiven Aspekte der Menschen zu fördern sondern im Sinne der Ganzheitlichkeit auch die pragmatischen und affektiven Ebenen des Menschscheins mit unseren Bildungsangeboten ansprechen und fördern im Sinne einer lebenslangen Persönlichkeitsentwicklung mit all ihrer Vielschichtigkeit. Dies zeigt sich an unserem Studiengangs-Ausbildungs- Kurs- und Seminarprogramm mit seinen Angeboten.

Beschleunigung – Entschleunigung, Beliebigkeit – Kontinuität

Abläufe werden immer schneller, immer effektiver, aber auch immer oberflächlicher dadurch. Dieser Beschleunigung steht unser Areal mit seinem Kräuter- und Heilpflanzengarten, dem unser Zentrum durchfließende Bach die „Schwarzach“ und nicht zuletzt unsere Lauber St. Nikolaus Kirche mit ihrer Ruhe, entgegen. Die gesellschaftliche Entwicklung vor allem im Bereich der Freizeitgestaltung und Medien begünstigt und verstärkt die Tendenz zur Wechselhaftigkeit, zur Unverbindlichkeit und Beliebigkeit. Kaum eine Entscheidung gilt ein für alle Mal. Es wird suggeriert, das nur eine kontinuierliche Flexibilität der Weg sei mit der Geschwindigkeit von Entwicklungen mithalten zu können. Auch hier erleben wir unser Tun als wichtigen und richtigen Kontrapunkt. Unsere Coachings und Ausbildungen sind in der Regel Settings, die über einen längeren Zeitraum gehen und somit Prozesse anregen und anlegen wollen und eben nicht nur kurzzeitige Events mit vielleicht schnell verpuffender Begeisterung. Dem Lärm und der Hektik setzen wir sowohl örtliche wie zeitliche Nischen und Räume von Stille, Ruhe und Tiefe entgegen.

Ökonomische Probleme, Sorgen

Deutschland entwickelt sich schleichend aber sicher zu einem Billiglohnland. Viele die ehemals als Mittelschicht bezeichnet werden konnten müssen ringen um nicht in den Bereich von Armut und Abhängigkeit staatlicher Hilfsmaßnahmen abzugleiten. Immer häufiger müssen zwei oder gar drei Arbeitsverhältnisse unterhalten werden um einen gewissen Lebensstandard erreichen oder halten zu können. Verknüpft mit dem demographischen Wandel und dem wachsenden Anteil von älteren Menschen sind die sozialen Sicherungssysteme wie Gesundheitsfürsorge, Sozialhilfe, Pflege- und Rentenversicherung in eine tiefe, wohl langanhaltende Krise geraten, da insbesondere deren Finanzierung in der bisherigen Form künftig nicht mehr gesichert ist. Der Umbau des früheren Sozialstaates verursacht bei vielen Menschen eine Mischung aus Ohnmacht und Unsicherheit bezüglich der Auswirkungen auf die eigene finanzielle Situation und Zukunft. Ängste und Sorgen prägen die Menschen und bewirken nicht selten ein Ein- und Abtauchen in die Anonymität und in die eigenen vier Wände. Wir sind der Überzeugung, das ein gesunder, mit gutem Selbstwertgefühl und geistlicher Mitte ausgestatteter Mensch diesen Unsicherheiten am Besten und Erfolgreichsten begegnen kann. Deshalb ist dies das Ziel all unserer Bildungsarbeit und –angebote, ganz wie unsere Akademiepräambel lautet: ... zu helfen das Leben gelingt!

Medienlandschaft

Die Vielzahl an Fernsehsendern, privaten oder öffentlichen Radiostationen und nicht zuletzt das Internet ergeben eine multioptionale Informationslandschaft wie es sie noch nie zuvor gab. Hier wird die Fähigkeit auszuwählen oder gar zu verzichten eine immer wichtigere Kompetenz. Gerade unsere erlebnispädagogischen Angebote und unser erfahrungsermöglichende Ansatz lässt viele Teilnehmer direkt den Unterschied von passivem Konsum, von kognitiver Erkenntnis zu aktiver, eigener und somit echter Erfahrung erleben – dessen fühlen wir uns verpflichtet.

Die pädagogische Grundlage unserer Bildungsarbeit


Das Verständnis von Bildung aus unserer Sicht lässt sich wie folgt definieren: Bildung ist interaktives Geschehen, ein Miteinander von Lernen, Lehren, Wissen und Erkenntnis. Es gilt Fähigkeiten zu wecken und Können zu fördern. Ein Wertebewusstsein soll angelegt werden, Einstellungen bewusstgemacht oder gar erweitert werden können. Ein reflektiertes und autonomes Handeln und Tun angeregt werden. Bildung umfasst den ganzen Menschen in seinem Denken, Fühlen und Handeln. Die Förderung und Entwicklung des Menschen zu einem erfolgreichen, geglückten und gesegneten Leben in und für die Gesellschaft ist unser Anliegen. Unsere Angebote sind gekennzeichnet durch Offenheit, Weite und eine reiche Vielfalt, in denen sich die Fülle menschlichen Lebens widerspiegelt. Dem liegt die Einzigartigkeit eines jeden Lebewesens zugrunde. Wir verstehen den Menschen als lebenslang lern- veränderungs- und entwicklungsfähig.Wir laden ein zu einer Entwicklung, in der auch wir uns befinden. So lassen wir uns durch ein internes Qualitätsmanagement lenken.

Dazu gehört für uns

Ein Verständnis von Partnerschaft. Lehrende sind zugleich auch Lernende und umgekehrt, ohne das dabei die unterschiedlichen Rollen und Aufgaben verwischt oder vermischt werden sollen.

Eine Atmosphäre der Begeisterung und Authentizität soll sich entwickeln. Wenn jemand der einer Arbeit nachgeht eine / seine Berufung findet oder eine Persönlichkeit auffallend für alle zu einem freien, autonomen und selbstsicheren Wesen wandelt stellt sich Begeisterung ein, sowohl bei den Dozenten, Referenten oder Coaches als auch bei den Teilnehmern, Coachees und Betroffenen. Dies soll in tragfähigen und ehrlichen pädagogischen oder therapeutischen Prozessen unterstützt und begleitet werden. Es geht darum eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Einzelnen gestärkt, gefördert, zur eigenen Urteilsfindung ermutigt und zum erfolgreich sein und zufrieden sein angeregt und motiviert werden.

Der ganzheitliche Ansatz unseres Bildungsverständnisses verpflichtet uns nicht nur dem Denken, sondern auch dem Fühlen und Handeln von Menschen anzunehmen. Nach unserem Verständnis zeichnet sich ein gebildeter Mensch nicht nur durch Wissen und Erkenntnis, sondern auch durch Sensibilität und Gespür für die eigenen Emotionen und den eigenen Körper, aber auch für die Empfindungen seiner Mitmenschen aus.

Partnerschaftliche Bildung wie wir sie verstehen berücksichtigt auch die Gender- Thematik. So nehmen wir die Geschlechterinteressen wahr und versuchen den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, als auch Hilfe für ein gelingendes Miteinander beider Geschlechter zu fördern.

Erfurcht vor dem Leben im Sinne von Albert Schweitzer ist auch ein wichtiger Aspekt unserer Ethik. Die Ehrfurcht vor dem Leben zieht sich als stetes Handlungskriterium durch unsere Bildungsarbeit und ist unsere zentraler Gedanke in den Bereichen Krankheit, Medizinethik, Wirtschaftsethik und Sterbebegleitung.

Aus der eigenen spirituellen Quelle sich speisende Unbekümmertheit, Ausgelassenheit und Lebensfreude ist ebenfalls ein wichtiges Ziel. Spaß, Spiel, Lust, Freude, Hoffnung, Träume und Visionen sollen Ihren Raum und ihre Entfaltungsmöglichkeit bekommen.

Starksein, Gewinnen, Erfolg und Wohlstand sind positive und gottgewollte Aspekte des Lebens, die auch bei uns einen wichtigen Raum und Platz einnehmen, aber eben auch der Umgang mit Kranksein, Sterben, von Misslingen, von Schuldigwerden und Scheitern darf uns muss vorkommen. Bildung aus geistlicher Sicht
 ... berücksichtigt die individuell-persönliche Entwicklungs- und Lebensgeschichte des Menschen in seinen je eigenen Lebensstrukturen. ... fördert die soziale, politische und wirtschaftliche Gerechtigkeit in lokaler und globaler Dimension. ... engagiert sich für die Menschenrechte.